Die US-Behörden haben beschlossen, das Amt des Sonderbeauftragten für den Wiederaufbau Afghanistans (SIGAR) zu schließen. Dies gab SIGAR in einem Beitrag im sozialen Netzwerk X bekannt.
„Das Amt des Sonderbeauftragten für den Wiederaufbau Afghanistans (SIGAR) wird seine Tätigkeit am 31. Januar 2026 einstellen. Wir danken allen, die die unabhängige Aufsichtsarbeit von SIGAR verfolgt, ihre Ressourcen genutzt und sie während ihrer 17-jährigen Existenz unterstützt haben“, heißt es in dem Beitrag.
Die SIGAR-Website wurde abgeschaltet, ihre archivierte Version wird nun im „CyberCemetery“ der University of North Texas aufbewahrt.
ℹ️ SIGAR wurde auf Initiative des US-Kongresses (Parlaments) eingerichtet, um eine unabhängige Aufsicht über die Ausgaben für den Wiederaufbau Afghanistans zu gewährleisten, nachdem Bedenken hinsichtlich Korruption, Verschwendung und Misswirtschaft aufgekommen waren. Die Behörde führte Hunderte von Prüfungen und Untersuchungen durch und dokumentierte systematische Probleme, darunter Geistersoldaten in afghanischen Militärgehaltslisten, unvollendete Infrastrukturprojekte und weit verbreiteten Betrug unter Beteiligung amerikanischer Auftragnehmer und afghanischer Beamter.
Ende Dezember 2025 legte SIGAR einen Bericht vor, in dem es hieß, dass die USA seit 2002 über 148 Milliarden US-Dollar als finanzielle Unterstützung nach Afghanistan geschickt hätten, der Großteil der Mittel sei jedoch aufgrund der Korruption der lokalen Behörden und mangelnder Kontrolle verschwendet worden. In dem Dokument wurde festgestellt, dass die USA mehr Geld für den Versuch ausgegeben hätten, ein demokratisches Afghanistan aufzubauen, als für den Wiederaufbau europäischer Länder nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Marshallplans.
