Mirziyoyev und Erdoğan eröffnen Wohnkomplex „Usbekistan“ in vom Erdbeben betroffener Provinz Hatay

Shavkat Mirziyoyev und Recep Tayyip Erdoğan. Foto: Pressedienst des Präsidenten von Usbekistan

Der usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan haben den Wohnkomplex „Usbekistan“ in der Provinz Hatay eröffnet, wo vor drei Jahren ein verheerendes Erdbeben stattfand. Die Zeremonie fand im Rahmen des offiziellen Besuchs des Staatsoberhaupts der zentralasiatischen Republik in der Türkei statt, wie sein Pressedienst mitteilte.

In seiner Rede bei der Veranstaltung betonte Mirziyoyev, dass das Erdbeben vor drei Jahren eine schwere Prüfung für das türkische Volk gewesen sei. Usbekistan habe die Betroffenen von den ersten Tagen nach der Tragödie an unterstützt und 100 Rettungskräfte sowie 70 medizinisches Personal in das Katastrophengebiet entsandt. Bei den Suchoperationen seien 18 Menschen gerettet und etwa 200 aus den Trümmern geborgen worden. Rund 4.000 Patienten erhielten Hilfe im Feldlazarett.

Wie das Staatsoberhaupt des zentralasiatischen Landes hervorhob, wurden auf Initiative Erdoğans umfangreiche Programme zur Beseitigung der Erdbebenfolgen umgesetzt, insbesondere im Bereich des Wohnungsbaus. Auch Usbekistan habe einen Beitrag geleistet. In kurzer Zeit sei ein moderner Wohnkomplex mit 24 Hochhäusern errichtet worden, der über 300 Wohnungen mit moderner Infrastruktur umfasst.

Erdoğan seinerseits sagte, der Wohnkomplex „Usbekistan“ sei nicht nur ein neues Zuhause für die vom Erdbeben betroffenen Familien, sondern auch ein lebendiger Ausdruck der ewigen Freundschaft zwischen den Völkern der beiden Staaten. Der Präsident dankte den am Projekt beteiligten Bauarbeitern, Ingenieuren und Fachkräften und überreichte den Eigentümern die Wohnungsschlüssel.

Zudem gaben die Staatschefs den Startschuss für den Bau einer usbekischen Schule im Bezirk Bakırköy in Istanbul. Sie wird die erste Bildungseinrichtung Usbekistans im Ausland sein. Die Schule soll Kindern aus der zentralasiatischen Republik, die in der Türkei leben, ermöglichen, Wissen in ihrer Muttersprache zu erwerben und nationale Werte, Kultur und Traditionen zu bewahren. Nach Angaben der Präsidenten wird die Schule die Annäherung der brüderlichen Völker fördern und zu einem wichtigen Zentrum der Bildung und Erziehung der jungen Generation werden.

Zuvor fanden im Rahmen von Mirziyoyevs Besuch in Ankara Gespräche zwischen den beiden Staatschefs statt. Es wurde festgestellt, dass die usbekisch-türkischen Beziehungen der Freundschaft und der umfassenden Partnerschaft ein qualitativ neues Niveau erreicht haben. So habe das Handelsvolumen bis Ende 2025 die Marke von 3 Mrd. USD überschritten, die Zahl der Joint Ventures liege bei 2.200 und das Volumen der getätigten Investitionen erreiche fast 10 Mrd. USD.

Zwischen Usbekistan und der Türkei werden täglich etwa 100 Flüge durchgeführt. Unter Beteiligung führender türkischer Unternehmen wurde ein Projektportfolio im Wert von 9 Mrd. USD gebildet. Die Treffen des Rates für strategische Zusammenarbeit auf höchster Ebene verliefen effektiv, dessen vierte Sitzung am 29. Januar im Rahmen des aktuellen Besuchs von Mirziyoyev in Ankara stattfand.

Die Präsidenten beider Staaten vereinbarten, die enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen fortzusetzen. So sei geplant, das Handelsvolumen auf 5 Mrd. USD zu steigern und den kulturell-humanitären Austausch auszuweiten, einschließlich gemeinsamer Theater- und Filmwochen, Ausstellungen und der Entwicklung des Pilgertourismus.

Es wurde betont, dass die Regierungen beider Länder in Kürze eine „Roadmap“ für die rechtzeitige und qualitativ hochwertige Umsetzung der Vereinbarungen auf höchster Ebene billigen werden.

Ergänzend sei erwähnt, dass Mirziyoyev und Erdoğan nach der vierten Sitzung des Rates für strategische Zusammenarbeit auf höchster Ebene eine Gemeinsame Erklärung sowie einen Beschluss über Partnerschaftsmechanismen im Rahmen der umfassenden strategischen Zusammenarbeit unterzeichneten.

Darüber hinaus wurde ein Paket weiterer bilateraler Dokumente unterzeichnet, darunter:

✅ zwischenstaatliche Abkommen über die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und Militärmedizin. Laut Amir Sultanov, Vertreter des Außenministeriums von Usbekistan, sieht eines der Abkommen vor, dass Usbeken im Rahmen einer festgelegten Quote kostenlose hochqualifizierte medizinische Versorgung in türkischen Kliniken erhalten.

✅ über Zusammenarbeit bei der Entwicklung internationaler Verkehrskorridore;

✅ über Zusammenarbeit und Informationsaustausch im Bereich nuklearer Sicherheit, physischer Schutz, Sicherheitsgarantien und Strahlenschutz;

✅ über Zusammenarbeit bei der Förderung von Migration und der Rückkehr von Staatsbürgern in ihr Heimatland;

✅ ein Protokoll zwischen der Agentur für Leichtindustrieentwicklung Usbekistans und dem Rat für Hochschulbildung der Türkei;

✅ ein Kulturkooperationsplan für die Jahre 2026–2027.